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Artikel "Mietminderung"

Oft treten in gemieteten Wohnungen Mängel, wie zum Beispiel Schimmel, Feuchtigkeit, Baulärm, Mängel an der Heizung, und einiges mehr, auf , so dass sich viele Mieter die Frage stellen, ob deswegen eine Mietminderung gegenüber dem Vermieter vor Gericht durchsetzbar wäre. Viele Menschen haben Angst vor diesem Schritt, da sie denken, dass dies meist mit hohen Aufwandskosten und nur geringen Erfolgschancen verbunden ist. Doch tatsächlich sieht die gesetzliche Lage in Deutschland schon ganz anders aus.

Laut Gesetzt ist der Vermieter nämlich eindeutig verpflichtet, die Wohnung in gebrauchsfreiem und makellosem Zustand zu übergeben und sie in diesem Zustand zu erhalten. Sollten also Mängel auftreten, sind diese grundsätzlich durch den Vermieter zu beseitigen. In der Zeit, in der Mängel vorhanden sind, können die Mieter eine Mietminderung durchführen, die sogar bis zur vollständigen Nichtzahlung des Mietzinses führen kann. Dabei spielt es keine Rolle ob der Mangel schon bei der Übergabe der Wohnung vorhanden war oder erst während der Mietzeit entstanden ist. Eine Minderung kommt nur dann nicht in Frage, wenn der Mangel dem Mieter bereits bei der Vertragsunterzeichnung bekannt war oder der Mangel selbst vom Mieter verschuldet ist.

Für den Vermieter spielt es trotzdem keine Rolle, ob er einen bestehenden Mietmangel verschuldet hat. Sobald ein Mangel an der Mietsache besteht, für den der Mieter nichts kann, hat dieser das Recht zur Mietkürzung.

Da viele gar nicht wissen, wie stark sich Mietminderungen auswirken können, hier mal eine Liste mit allen bisher bekannten, regelmäßig auftretenden Fällen einer Mietminderung mit Prozentzahlen, die beim entsprechenden Schaden von der Miete einbehalten werden dürfen: Wichtig hierbei ist, dass das alles Einzelfälle sind und je nach Fall auch anders entschieden werden kann. Das sind jedoch alles Entscheidungen, die in Fällen in Bezug auf die Mietminderungsquote getroffen worden sind: Wenn ein Abflussrohr im Handwaschbecken undicht ist, führt das schon zu 1-2 % Minderung. Wenn ein Abkürzungsweg, der Jahre lang benutzt werden konnte vom Vermieter gesperrt wird, führt das zu 10 % Minderung.

Wenn Abwässer aus der oben gelegenen Wohnung in die Toilette fließen, führt das zu 20 % Minderung. Wenn Abwasser in die Wanne zurückläuft und sich dort sammelt, führt das zu 3 %. Minderung. Wenn durch einen Abwasserstau übel riechendes Wasser aus der Toilette sowie Badewanne austritt, führt das zu 38% Minderung. Wenn der Fernsehempfang durch weite Entfernung zur Dachantenne gestört wird, führt das zu 5% Minderung.

Asbest in Nachtspeicheröfen, der Gesundheitsschäden verursacht führt zu 50% Minderung. Ein defekter Backofen führt bis zu 2 % Minderung. Wenn Badfließen ersetzt werden und die neuen Fließen nicht zu den Alten passen, führt das zu 5% Minderung. Wenn die Badewanne nicht nutzbar ist, führt das zu 20-25% Minderung. Ein defekter Badewannenabfluss führt zu 3% Minderung. Wenn die einzige Bade. Oder Duschmöglichkeit defekt ist führt das zu 33% Minderung. Wenn der Balkon nicht nutzbar ist, führt das je nach Ursache zu 3- 15% Minderung.

Wenn das Dachgeschoss ausgebaut wird, führt das zu 10 % durch Einrüstung der Fassade, zu 5% bei Lärm, Schmutz oder vorhandenem Baugerüst und zu 60-80% Minderung bei Einsatz eines Kran. Wenn Rohre und Leitungen in der Wohnung neu verlegt werden oder das Fenster sowie die Heizung erneuert wird, führt das zu einer Minderung von 20%. Wenn eine Sanierung des gesamten Hauses einschließlich der Wohnung des Mieters ansteht, führt das zu 100% Minderung. Baulärm vom Nachbargrundstück führt zu 5-20% Minderung auch wenn der Vermieter nichts dagegen machen kann. Baulärm und Erschütterungen, bei deren Lautstärke keine normalen Unterhaltungen mehr möglich sind führen zu 25 % Minderung. Wenn Bauschutt auf dem Wohnungsgrundstück liegt, führt das zu 10 % Minderungen. Wenn der Mieter von Nachbarn bedroht wird, führt das zu 25% Minderungen.

Wenn die Bleibelastung im Trinkwasser zwischen 126 und 176 mg/Liter liegt, führt das zu 10 % Minderung.

Wenn im Haus ein Bordell betrieben wird, führt das zu 10 %, wenn der Mieter dabei noch von Besuchern belästigt wird 10-30% und wenn Obdachlose sowie Drogensüchtige ins Haus gelangen nochmals 25% Minderung.

Wenn die Wohnung nach einem Brand unbewohnbar ist, führt das zu 100 % Minderung. Wenn es keinen Briefkasten gibt, führt das zu 3 % Minderung. Wenn von einer Chemischen Reinigung unter der Wohnung des Mieter gefährliche Dämpfe in die Wohnung des Mieters eindringen, führt das zu 50% Minderung. Ein undichtes Dach, das ab und zu Wasser in die Wohnung Tropfen lässt führt zu 5% Minderung. Wenn die Decke im Flur durchbricht, führt das zu 20 % Minderung des auf den Flur entfallenden Mietanteils. Wenn eine Diskothek oder ein anderes Lokal neu ins Haus einzieht oder ihren Betreiber wechselt, führt das zu einer Minderung von 50 % bei Lärm und Musik bis in die Morgenstunden, von 20%, wenn man bei geöffnetem Fenster Lärm hören kann oder von 11%, wenn der Mieter Klopfen und andere Geräusche aus dem Lokal wahrnehmen kann.

Wenn der Durchlauferhitzer nicht durchgehend Warmwasser liefert, führt das zu 3% Minderung im Bad und noch mal zur 3% für die Küche. Wenn die Dusche nicht durchgehend Warmwasser liefert, führt das zu einer Minderung von 5%. Wenn die Dusche nicht funktioniert, führt das zu einer Minderung von 16-17 %. Wenn eine mit gemietete Einbauküche bei Einzug fehlt. Führt das zu 100% Minderung. Wenn auf Grund eines Wasserschadens Einsturzgefahr besteht, führt das zu 30% Minderung.

Wenn die elektrische Anlage und somit Herd, Licht und die Warmwasserversorgung ausfallen, führt das zu einer Minderung von 100%. Wenn der Fahrstuhl ausfällt, führt das zu einer Minderung von 10%. Fäkalienrückfluss in der Toilette führt zu 5% Minderung.

Wenn die Fenster von mangelhafter Qualität sind, führt das zu einer Minderung von 10-20%. Wenn die Fenster undicht sind und deshalb ständig Feuchtigkeit in die Wohnung eindringt, führt das zu einer Minderung von bis zu 50%. Wenn die Fensterläden einer Wohnung im 1. Stock entfernt werden, führt das zu einer Minderung von 10%. Wenn Fensterrahmen nicht absolut dicht sind und ab und zu Wasser eindringt, führt das zu einer Minderung von 5%.

Häufige und lautstarke Feiern am Wochenende führen zu einer Minderung von 20%. Feuchtigkeit im Keller führt zu 10% Minderung. Feuchtigkeit in der Küche, die von außen in die Wohnung kommt führt zu 10 % Minderung. Ein Feuchtigkeitsfleck an der Küchendecke führt je nach Größe zu 5-10% Minderung. Erhebliche Feuchtigkeitsschäden und Nässe sowie Tropfwasser an der Decke und Durchfeuchtung des Teppichbodens führen zu 50% Minderung. Erhebliche Feuchtigkeitsschäden durch aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit führen zu bis zu 60% Minderung. Überhöhte Formaldehyd-Belastung in Schlafräumen führt bis zu 56% Minderung. Bei nächtlichem Lärm durch ein ausgehendes Garagentore, kommt es zu einer Minderung von 10%. Wenn die Gegensprechanlage defekt ist, führt das zu 1-6% Minderung. Wenn dazu noch die Klingelanlage defekt ist, führt das zu 10% Minderung.

Bei starker und unangenehmer Geruchsbelästigung, die von Lösungsmittel ausgeht, kommt es für die betreffenden Zimmer zu einer Minderung von 90%. Bei Gestank, wegen nicht artgerechter Tierhaltung der Nachbarn, kommt es 10% Minderung. Wenn es zur Lärmbelästigung durch Glas-Sammelcontainer, die auch außerhalb der regulären Einwurfszeiten gefüllt werden, kommt, führt das zu einer Minderung von 5-10%.

Wenn die Hausbeleuchtung nicht funktioniert, führt das zu 1% Minderung. Wenn die Hauseingangstür defekt ist, führt das zu 3 % Minderung. Wenn in der Küche die Heizungsmöglichkeit fehlt, führt das zu einer Minderung von 20%. Wenn übermäßiges Heizen erforderlich ist, um das Entstehen von Feuchtigkeitsschäden zu verhindern, führt das zu einer Minderung von 10-20% oder die Heizkosten müssen um 10-25% gekürzt werden.

Bei übermäßiger Hellhörigkeit und unzureichendem Trittschallschutz, kommt es zu einer Minderung von 5%. Wenn die Wohnung wegen Hochwasser unbewohnbar ist, führt das zu einer Minderung von 100%.

Bei Hundekot im Treppenhaus sowie Gestank aus der Nachbarwohnung, kommt es zu 20 % Minderung. Wenn der Kamin nicht beheizt werden kann, führt das zu einer Minderung von 5% im Zeitraum zwischen Oktober und Mai. Wenn dem Mieter der Keller entzogen wird, führt das zu einer Minderung von 10%. Wenn die Nutzungsmöglichkeit des Kellers eingeschränkt ist, führt das zu einer Minderung von 5%.

Wenn die Klingel bei einer Neubauwohnung fehlt, führt das zu einer Minderung von 5%. Bei Klopfgeräuschen in der Zentralheizung, kommt es zu einer Minderung von 17%. Knackgeräusche in der Heizung führen zu 10%.

Wenn die Küche und die Toilette unbenutzbar sind, führt das zu einer Minderung von 50%. Bei vermeidbarem Lärm durch Kinder während der allgemeinen Ruhezeiten, kommt es zu einer Minderung von 10%. Bei erheblicher Lärmbeeinträchtigung bis in die Nachtzeit, kommt es zu einer Minderung von bis zu 40%.

Bei erheblicher Lärmbeeinträchtigung durch lautstarke Musik aus zum Beispiel Wohngemeinschaften, kommt es zu 50% Minderung. Wenn sich Mäuse und Kakerlaken über Monate in der Wohnung aufhalten, dann führt das zu einer Minderung von 10%. Wenn der Müllschlucker außer Betrieb ist, führt das zu einer Minderung von 1-2,5%. Bei überhöhtem, gesundheits-gefährdendem Nitratgehalt des Trinkwasser, kommt es zu einer Minderung von 10%.

Wenn sich die Oberlichter des Fensters nicht öffnen lassen, führt es zu einer Minderung von 10%. Bei optischer Beeinträchtigung durch Schimmelbildung und durch Schimmel erforderliches Abrücken der Schränke, kommt es zu einer Minderung von bis zu 10%. Bei optischer Beeinträchtigung durch Wasserschäden an der Wohnzimmerdecke und den Wänden, kommt es zu einer Minderung von bis zu 25%.

Wenn die PCP-Belastungen zwischen 2,4 und 7,2 mg/cbm bzw. die Lindan-Belastungen zwischen 0,0035 und 0,0051 mg/cbm liegen, führt das zu einer Minderung von 30%. Bei PCP- und Lindan-Belastungen von mehr als 1 mg pro cbm, kommt es zu einer Minderung von 50%.

Wenn PER-Belastungen vorliegen, die stark überhöht sind(mehr als 0,24 mg/cbm), führt das zu einer Minderung von 50%. Wenn der Personenaufzug ausfällt, führt das in Wohnungen ab dem 5. Stock zu einer Minderung von 7,5%. Je höher das Stockwerk, desto höher die Minderung. Wenn trotz Zusage keine Pkw-Stellplätze vorhanden sind, führt das zu einer Minderung von 10%. Bei Beeinträchtigungen und Belästigungen durch Prostitution im selben Haus, kommt es zu einer Minderung von 20-25%. Bei Rattenbefall und durchfeuchteten Wänden, kommt es zu einer Minderung von 100%.

Bei häufigem Rauschen sowie Knacken in der Heizung, kommt es zu einer Minderung von 10%. Wenn Risse sowie Feuchtigkeitsflecken in einer Neubauwohnung vorliegen, führt das zu einer Minderung von 10%. Bei rostigem Leitungswasser, kommt es zu einer Minderung von 10-20%. Wenn in einer neuen Wohnanlage der Sandkasten fehlt, führt es zu einer Minderung von 5%. Bei Schabenbefall, kommt es zu einer Minderung von 10%. Bei teilweiser mangelhafter Schallisolierung, kommt es zu einer Minderung von 10-15%. Bei Schimmelbildung und muffigem Geruch in Bad, Küche und Schlafzimmer, kommt es zu einer Minderung von 10%, auch wenn die Schäden durch den Mieter mit beeinflusst worden sind.

Wenn Bad, Wohn- und Schlafzimmer erheblich von Schimmelpilzen befallen sind, führt das zu einer Minderung von 20%. Bei mehr als 20 Silberfischen in der Wohnung, kommt es zu einer Minderung von 20%. Bei einem Taubenschlag mit mehreren hundert Tauben neben der Wohnung, kommt es zu einer Minderung von bis zu 25%. Wenn Tauben im Haus und der nahen Umgebung nisten, führt das zu einer Minderung von 10%. Wenn Tauben vor den Fenstern nisten und Lärm sowie Dreck verursachen, führt das zu einer Minderung von 30%. Bei einer jahrelangen, schwerwiegenden Taubenplage, die eine Gesundheitsbeeinträchtigung des Mieter hervorruft, kommt es zu einer Minderung von bis zu 35%.

Wenn der Teppich durch Stolpergefahr sowie schlechtem optischen Eindruck mangelhaft erscheint, kommt es zu einer Minderung von bis zu 15%. Wenn am Teppich deutliche Wasserschäden sowie Flecken erkennen lassen, führt das zu einer Minderung von 9%. Wenn sich der Teppich löst, führt das zu einer Minderung von 4,65%. Bei Unbenutzbarkeit einer großen Terrasse in den Sommermonaten, kommt es zu einer Minderung von bis zu 15%. Bei Unbenutzbarkeit in den Nicht-Sommermonaten, kommt es zu 5% Minderung.

Wenn die einzige Toilette nicht benutzbar ist, führt das zu einer Minderung von 80%. Ein Sprung in der Toilettenschüssel, führt zu bis zu 10% Minderung. Bei unzureichendem Wasserdruck der Toilettenspülung, kommt es zu einer Minderung von bis zu 15%.

Wenn das Treppenhaus durch abblätternde Farbe sowie Schmierereien ungepflegt erscheint, führt das zur einer Minderung von bis zu 10%. Wenn das Treppenhaus als völlig verwahrlost und verdreckt bezeichnet werden kann, führt das zu einer Minderung von bis zu 20%.

Bei Vorenthaltung des Trockenraumes, kommt es zu einer Minderung von 2%. Bei starkem Ungezieferbefall und drauf folgende fehlerhafte Bekämpfung mit gesundheits-gefährdenden Chemikalien, kommt es zu einer Minderung von 100%.

Wenn auf Grund von mangelhafter Wärmeisolierung Wärmeverluste von mindestens 25% auftreten, führt das zu einer Minderung von 25%. Wenn der Warmwasserboiler im Bad defekt ist, führt das zu einer Minderung von 15%.

Wenn die Warmwassertemperatur unter 40°C liegt, führt das zu einer Minderung von 7,5-10%. Wenn dem Mieter die Waschküchenbenutzung vorenthalten wird, führt das zu einer Minderung von 5-10%. Bei erheblichen Belästigungen durch den Wäschetrockner (dichte, übel riechende Rauchschwaden), kommt es zu einer Minderung von 10%.

Wenn der Lärm eines Wasserrohrs bei fließendem Wasser lauter als 35dB(A) wird, führt das zu einer Minderung von 10%. Wenn die Wohnung stark nach Zigarettenrauch sowie Essensgerüchen riecht, führt das zu einer Minderung von 20%. Bei Zugluft auf Grund einer fehlerhaft installierten Gasetagenheizung, kommt es zu einer Minderung von 10%.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es sicherlich zeitsparender und vor allem nervenunaufwändiger ist, sich ruhig mit seinem Vermieter zusammen zu setzen und mit ihm die Mängel zu besprechen, anstatt eine gerichtliche Einigung zu erzwingen. Doch sollte mal ein Problem nicht zu klären sein, dann hat die obere Aufzählung doch eindrucksvoll gezeigt, dass die Mieter durchaus gute Chancen auf Mitminderung haben. Eins sollte dabei jedoch nicht vergessen werden: Kein Fall ist genau wie der andere!